Offene Vorstandssitzung der Frauen Union Hattingen zum Thema Pflege

Spannender Austausch mit Dirk Hertling, Theresia-Albers-Stiftung Hattingen und Johanna Burbulla, CDU-Landtagskandidatin

Die offene Sitzung der Frauen Union Hattingen begann mit einer Überraschung: Der WAZ-Artikel über die Focus-Ergebnisse zur Altenheim-Befragung in Hattingen stimmt mit der Wirklichkeit in den Theresia-Albers-Stiftungs-Heimen nicht überein - und wurde mittlerweile in den Online-Portalen von Focus gelöscht. Danach berichtete Dirk Hertling, Stiftungsvorstand der Theresia-Albers-Stiftung in Hattingen, in der Idee gegründet bereits 1923 in Hattingen, Einzelheiten zu den im Ruhrgebiet verteilten insgesamt 10 Einrichtungen mit mehr als 900 Beschäftigten, die sich vor allem mit der Pflege von Menschen beschäftigen, ob klein oder groß, jung oder alt.

Die Pflege, die mit Demenz-Betreuung eine immer größer werdende Gewichtung erfährt, ist in den vergangenen Jahren einem erheblichen Wandel unterzogen, zum einen durch die älter werdende Gesellschaft, zum anderen durch betreuungstechnische Anpassungen an die Bedarfe der Menschen. Die Betreuung ist stark reglementiert und diese Regeln bestimmen u.a. die festgesetzte Bezahlung der Mitarbeiter*innen. Das führt z.B. zu einem erheblichen Konkurrenzdruck zu Krankenhäusern, die dieser Regel nicht unterworfen sind, und damit ist es für Häuser, die der Pflege dienen, z. T. sehr schwierig, das geeignete - ausdrücklich vorgeschriebene - Pflege-Personal zu finden - diese Diskrepanz bestätigte auch Johanna Burbulla, gelernte und überzeugte Krankenschwester. Ein weiteres Merkmal der Pflege heute ist bei älteren Menschen, die ein Heim aufsuchen (müssen), dass deren Vereinsamung bereits zuhause beginnt und die Eingliederung in eine Pflegeeinrichtung schwieriger macht als früher.

Eine große Frage war die Bezahlbarkeit eines Pflegeheimplatzes: Herr Hertling führt aus, dass heute in seinen Einrichtungen ein Platz im Monat ca. 5000 Euro kostet. Und die Betriebskosten hierzu sind defizitär! Ein Aufrechterhalten dieses Satzes geht nur über ein im Eigentum befindliches Haus. Das hat die CDU-Frauen überrascht.

Dazu eine Kennzahl, die jeden staunen ließ: 1,2 Mitarbeiter*innen sind je 1 Heimbewohner anzurechnen, und diese Kennzahl ist gerechnet OHNE die wertvolle Unterstützung der zahlreichen Ehrenamtler, die die Arbeit in den Heimen unterstützen, was auch Regina Heermann für das Mauritius-Heim in Niederwenigern und Martina Kipscholl für das Haus Theresia in der Brandstraße bestätigten.

Eine gute Nachricht: Im sog. Theresia-Viertel in Hattingen an der Brandstraße werden bis Ende 2027 weitere Demenz-Pflege-Plätze entstehen, die mit einem besonderen Service-Angebot ausgestattet sein werden. Der Baufortschritt ist bereits gut zu sehen.

Eine letzte Info ließ Politikerinnen und Gäste aufhorchen: Die für den Herbst anstehende Gesundheitsreform wird auch und wesentlich alle ca. 2700 Pflegeheime in NRW betreffen. Es ist noch nicht berechnet, wie sich die Sparpläne auf die einzelnen Häuser auswirken werden.

Alles in allem: ein spannender, langer Abend in der Schulenburg, Dirk Hertling hat seinen Wiederholungsbesuch im Herbst, nach der Reform, bereits angeboten.